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Digitalisierung
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Nachdem Postfinance kürzlich einen dramatischen Rückgang des Betriebsergebnisses für die ersten drei Monate 2018 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum vermeldete, hat die Staatsbank einen massiven Stellenabbau von 500 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Vorbehältlich der Konsultationsverfahren soll dieser Abbau zu rund zwei Drittel über die natürliche Fluktuation, auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse und über (Früh-)Pensionierungen erfolgen. «Wir werden aber nicht darum herumkommen, auch Kündigungen auszusprechen», lässt sich CEO Hansruedi Köng in der Medienmitteilung zitieren. «Das ist schmerzhaft, für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und damit für den erfolgreichen Fortbestand von Postfinance jedoch unumgänglich.» Das zeige auch das stark rückläufige Ergebnis im ersten Quartal 2018 deutlich. Und weil sich dieser negative Trend fortsetzen werde, sei Nichtstun keine Option, so Köng. Man werde die direkt betroffenen Mitarbeitenden eng durch das Personalwesen begleiten, mit dem Ziel, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und sozialverträgliche Lösungen zu finden.

 

Hoffnung beruht auf Digitalisierung

Die sehr niedrigen Zinsen machen Postfinance stark zu schaffen. Weil man direkt keine Hypothekarkredite vergeben darf, müssen die Kundengelder vornehmlich an den Kapitalmärkten angelegt werden, was Postfinance angesichts des tiefen Zinsniveaus einem starken Margendruck aussetzt. Die aktuellen Entwicklungen haben auch die politische Diskussion um die Privatisierung des Staatsinstituts wieder angeheizt. Wäre Postfinance ein privates Unternehmen, könnte die Bank im Kreditgeschäft mitmischen. 

Vorerst geht es aber laut Postfinance auch darum, die Transformation zum Digital Powerhouse fortzusetzen – und wenn es um digitale Innovationen geht, wird die Postfinance oft unterschätzt. Wie eine Präsentation eines Vertreters der Staatsbank an der «Swiss Digital Finance Conference» der Hochschule Luzern zeigte, hat Postfinance in ihrem engen rechtlichen und regulativen Korsett eigentlich gar keine andere Wahl, als bei der Digitalisierung so richtig Tempo zu machen, denn sie hängt weiterhin sehr stark von den klassischen Einnahmeströmen ab – und diese Einnahmen generiert sie in Bereichen, die zu Commodities geworden sind. Ein eigenes, in Auftrag gegebenes Benchmarking hatte ergeben, dass die Postfinance hinsichtlich der Digitalisierung etwa im europäischen Mittelfeld zu verorten ist. Das soll sich ändern: Das selbstgesteckte Ziel ist es, zu einer führenden digitalen Bank in der Schweiz zu werden und zu den Top 10 in Europa vorzustossen. Dabei denkt man nicht nur an die Weiterentwicklungen und an eine Rolle als First-Mover bei Apps, sondern man sieht sich als zentrales Element im ganzen E-Commerce-Logistik- und Abrechnungsgeschäft. Wichtiges Element ist die digitale Identität, das «Digital Me», um überall den Zugriff der Kunden zu ermöglichen. Grundlage ist das neue Kernbankensystem, und ergänzt wird alles mit umfassenden Datenauswertungen, sowohl mit internen als auch mit externen Datenquellen. 
Hauptschnittstellen zu den Touchpoints, wie man das heute nennt, sind die Smartphones. Diese werden um digital ausgerüstete physische Zugangspunkte, wie beispielsweise Abhol- und Lieferstationen, ergänzt. Längerfristig gibt es die Vision der Verschränkung von digitalem und physischem Leben: Die App meldet, ob und wo der schon längst vergeblich gesuchte schöne Turnschuh erhältlich ist. 

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Postfinance sieht sich als zentrales Element im ganzen E-Commerce-Logistik- und Abrechnungsgeschäft.
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Postfinance will zu einer führenden digitalen Bank in der Schweiz werden und unter die Top Ten in Europa vorstossen. Die Automatisierung der Prozesse verschlingt zahlreiche Arbeitsplätze.
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